Spielfilmproduktion

mit Claus Reichel
Termin: Sa, 04.12.2021 und Sa, 11.12.2021
Anmeldeschluss: Do, 25.11.2021
Zielgruppe: Fortgeschrittene
Digital

Im Fokus dieses Seminars sollen die konkreten Projektvorstellungen bzw. die Ideen der Teilnehmer*innen stehen. Das erste Treffen dreht sich einerseits um die Anliegen und konkreten Fragen der Teilnehmer*innen und andererseits um eine strukturelle Betrachtung von Filmproduktion und relevanten handelnden Akteur*innen. Nach dem Austausch von Fragen und Herausforderungen sollen gemeinsame Ziele erarbeitet werden, die für den zweiten Seminartag eine Woche später bearbeitet sollen sein. Bei diesem werden dann die Projekte der Teilnehmenden besprochen und gemeinsam in der Gruppe konkrete Handlungsmöglichkeiten diskutiert und erarbeitet. Unabhängig davon, ob es sich um einen independent no-/oder low-budget Festivalfilm oder einen voll finanzierten Mainstream-Kinofilm handelt - die Fragen, die aus Sicht der Produktion an das Projekt zu stellen sind, sind immer die gleichen:

Warum und für wen mache ich diesen Film?
Mit welchen Menschen realisiere ich diesen Film?
Was kostet dieser Film?
Wie finanziere ich diesen Film?
Wie strukturiere ich den Herstellungsprozess?
Welche Risiken begegnen mir auf dem Weg und wie kann ich mich absichern?
Wie erreiche ich mein Zielpublikum?

Filmproduktionen gibt es überall auf der Welt in unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und künstlerischen Kontexten. Der Fokus des Seminars liegt auf der freien deutschen independent no-/low-Budget Szene und möglichen Kooperationen mit öffentlich-rechtlichen Sendern, öffentlichen Fördereinrichtungen und Auswertern (Festivals, Verleiher und Weltvertriebe, Goethe-Institut). Ferner betrachten wir die Zusammenarbeit mit privaten Streamern (z.B. Netflix, Amazon, TV Now, Joyn, Magenta).
Hierzu sollen unter anderem auf folgende Themenfelder eingegangen werden, die in Absprache mit den Teilnehmenden angepasst werden:

• Spielfilm, Dokumentarfilm und Hybrid - eine Annäherung
• Nach dem Dreh ist vor dem Dreh: alltägliche Herausforderungen, Probleme und Lösungen für Filmemacher*innen und Produzent*innen
• Vom Umgang mit Redakteur*innen
• Künstler*innen, Drehgenehmigungen und die Steuernachzahlung: Welche Personen, Institutionen, Rechtsformen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind von zentraler Bedeutung?
• Kontakte, Kontakte, Kontakte: die Basis der Branche.
• Erfolgreiche Festival- und Auswertungsarbeit
• Scheitern? Ist erlaubt!

Zur Anmeldung bitten wir um einen halbseitigen Text mit Erwartungen und Fragen an das Seminar sowie der knappen Vorstellung eines aktuellen oder geplanten Filmprojekts, damit sich der Dozent auf die Seminargruppe einstellen und vorbereiten kann. Denn die Inhalte des Seminars richten sich maßgeblich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Claus Reichel arbeitet als Produzent in Köln. Nach längeren Aufenthalten in Südamerika, dem Besuch einer Clownsschule und einem Abschluss in Geschichte und Sozialwissenschaften arbeitete er im Produktionsmanagement für internationale Kinofilmprojekte. 2014 absolvierte er die Masterschool Dokumentarfilm in der Filmwerkstatt Münster. 2019 gewann er für sein Spielfilm-Debüt als Produzent bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin den First Feature Award für „Oray" von Mehmet Akif Büyükatalay. 2020 war er als Produzent nominiert für den deutschen Kurzfilmpreis für „Berzah" von Deren Ercenk. Seit 2020 ist er Gesellschafter-Geschäftsführer der filmfaust GmbH und Produzent mit Schwerpunkt auf internationalem Arthouse-Kino. Er ist Mitglied im Filmbüro NW, Alumnus des Rotterdam producers lab, von Berlinale Talents und dem Mediengründerzentrum NRW.

Derzeit produziert er den Musik-Dokumentarfilm „Liebe, D-Mark und Tod" von Cem Kaya und Mehmet Akif Büyükatalay (WDR/arte/rbb+Film-und Medienstiftung NRW, BKM, FFA, DFFF). Der Dokumentarfilm erzählt die Musik der türkischen Gastarbeiter*innen seit den 1960er Jahren bis in die Gegenwart.

Außerdem realisiert er das Hybrid (Mischung aus Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilm) „Sirens Call" von Miriam Gossing und Lina Sieckmann (ZDF+Film-und Medienstiftung NRW, Dutch Film Fund, DFFF). Sirens Call erzählt anhand von echten Meerjungfrauen von Umbrüchen in der aktuellen US-Gesellschaft. Darüber hinaus finanziert er den Spielfilm „Hysteria" von Mehmet Akif Büyükatalay, ein Thriller mit Krimi-Elementen, der Machtmechanismen in der Herstellung von Bildern offen legt.


Termine: Sa, 04.12.2021 und Sa, 05.12.21
Uhrzeit: 10.00 - 17.00 Uhr
Anmeldeschluss: Do, 25.11.2021
Ausweichtermine: So, 05.12.2021 und So, 18.12.2021
Kosten: 220,00 € / 200,00 € (mit einem Bildungsgutschein können Sie Kosten sparen)
Anzahl: min. 8 Teilnehmende / max. 12 Teilnehmende
Veranstaltungsort: online via Zoom