Masterschool-Teilnehmer-Film „Die Kundin" beim DOK.fest München

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DIEKUNDIN_Regisseur_(c)Camilo Berstecher Barrero.jpgCamilo Berstecher Barreros erster Dokumentarfilm „Die Kundin" ist vom 5. bis 23. Mai 2021 beim DOK.fest München 2021 auf der Website des Festivals zu sehen.
Der Dokumentarfilm porträtiert die saarländische Feministin Marlies Krämer, die durch ihren Kampf für eine gendergerechte Sprache bundesweite Bekanntheit erlangte.

Der Deutsch-Kolumbianer verließ seine Heimat mit 21 Jahren aus politischen Gründen. Er studiert an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken und nahm an Horst Herz' Masterschool Dokumentarfilm der Filmwerkstatt Münster teil. „Die Kundin" ist sein erster langer Dokumentarfilm.


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Hier geht es zur Internetseite von „Die Kundin"

DIEKUNDIN_Still_1_(c)Camilo Berstecher Barrero.jpgWie steht es in Deutschland um Gleichberechtigung? Wem gehört die Sprache und wer bestimmt, wann sich unsere Sprache verändern darf? Das sind aktuell brisante Fragen, die der Film DIE KUNDIN aufgreift.
"Was kann ich als Einzelner schon ausrichten? Es ist keine einfache Frage, wer jedoch in Deutschland nach seinem Personalausweis greift, findet dort die Antwort. 1990 entschied sich Marlies Krämer dazu, ihre neuen Papiere nicht zu unterschreiben, da im Unterschriftsfeld nur die männliche Variante »Inhaber« stand. Bundesweit sammelte sie Unterschriften, bis der Gesetzgeber beschloss, sie - und damit alle Frauen - als „InhaberIn" anzuerkennen.
Heute kämpft die 84-Jährige gegen das Bankensystem. Sie forderte ihre Sparkasse vergeblich dazu auf, als Kundin anerkannt zu werden. Ein symbolischer Streit gegen das patriarchalische System. Wer steckt hinter dieser starken Frau? Für wen kämpft sie in ihrem Alter immer noch? Woher nimmt sie ihre Kraft?"

„Ich will nie als Frauenrechtlerin bezeichnet werden - ich bin Feministin!" Marlies Krämer kämpft seit 30 Jahren für die Gendergerechtigkeit in der deutschen Sprache. Unseren Personalausweis gibt es schon für Inhaber und Inhaberinnen - dank ihrer Hartnäckigkeit. Aber als ihre Bank sie auch 2018 weiterhin als „Kunde" betrachten will, wehrt sich die Dame nochmals vehement. Sie schreibt, sie demonstriert und zieht vor Gericht. Der Film betrachtet die über 80-Jährige mit zarten Erstaunen und skizziert einen Lebensweg, der so unwahrscheinlich wie inspirierend ist. In fast altmodischer Zurückhaltung begegnet der junge deutsch-kolumbianische Filmemacher der Unbeugsamen und zeigt, dass auch in der saarländischen Provinz die internationale Solidarität lebt. Jan Sebening auf DOk.fest München