UKRAINISCH RUSSISCHES FILM-WOCHENENDE

Aus aktuellem Anlass zeigt der filmclub münster ein ukrainisch-russisches Filmwochenende. Beide Länder haben eine reiche Filmkultur, geprägt von starken Bildern und Geschichten. Viele Künstler*innen aus der Ukraine wie auch aus Russland setzen sich dabei kritisch sowohl mit ihrer Lebenswirklichkeit als auch der jeweiligen aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation auseinander. Wir wollen die Filmschaffenden sichtbar machen und die filmischen Arbeiten beider Länder in den Dialog bringen. Die Erlöse der Veranstaltungen werden für Kulturschaffende in der Ukraine gespendet.

Leviathan.jpgLEVIATHAN

Freitag, 25. März 2022 | 18:00 Uhr | Schloßtheater

Regie: Andrej Swjaginzew, Russland 2014, 141 min., FSK 12; mit Alexei Serebrjakow, Elena Lyadova, Wladimir Wdowitschenkow, Roman Madjanow, Anna Ukolowa

Der Mechaniker Kolia ist zufrieden mit seinem Leben. Gemeinsam mit seiner jungen Frau und dem Sohn aus erster Ehe lebt er auf dem eigenen Grundstück an der Küste der Barentssee, auf dem auch seine Autowerkstatt liegt. Doch als der machthungrige Bürgermeister des Ortes mit dem lukrativen Stück Land mit Meerblick liebäugelt, ist es vorbei mit dem Frieden, denn dem skrupellosen Ortsvorsteher sind fast alle Mittel recht, um sein Ziel zu erreichen.

Russische Prominente warfen dem Regisseur vor, er ziehe sein Land in den Dreck, Politiker kritisierten den dargestellten „Geist der Ausweglosigkeit und Sinnlosigkeit unseres Daseins", und bezeichneten ihn als „russischfeindliches Machwerk", sie forderten Swjaginzew auf, die Filmförderung zurückzuzahlen. Liberale Kräfte in Moskau lobten den Mut des Regisseurs, brennende Themen des russischen Alltags wie Machtmissbrauch und Justizwillkür aufzugreifen.
Oscar-Nominierung 2015, Golden Globe für Bester fremdsprachiger Film 2015

The_Earth_Is_Blue_002.jpgTHE EARTH IS BLUE LIKE AN ORANGE

Sonntag, 27. März 2022 | 17:15 Uhr | Schloßtheater

Dokumentarfilm, Regie Iryna Tsilyk, Ukraine 2020, 73 min., Original mit deutschen Untertiteln

Die alleinerziehende Mutter Anna und ihre vier Kinder leben im Kriegsgebiet des Donbass in der Ukraine. Während die Außenwelt von Bombenangriffen und Chaos geprägt ist, gelingt es der Familie, ihr Haus als sicheren Hafen voller Leben und Licht zu erhalten. Jedes Mitglied der Familie hat eine Leidenschaft für das Kino, die sie dazu motiviert, einen Film zu drehen, der von ihrem eigenen Leben in einer Zeit des Krieges inspiriert ist.

Der kreative Prozess wirft die Frage auf, welche Macht die magische Welt des Kinos in Zeiten der Katastrophe haben kann. Wie kann man den Krieg durch Fiktion darstellen? Für Anna und die Kinder ist die Umwandlung eines Traumas in ein Kunstwerk der ultimative Weg, um menschlich zu bleiben.
Vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Regiepreis beim Sundance Film Festival 2020.