Russische Filmtage im November 2021

Nachdem die Russischen Filmtage 2020 kurz nach der Eröffnung dem pandemie-bedingten Lockdown zum Opfer fielen und die für März geplanten Filmtage 2021 verschoben werden mussten, kommen Sie nun, kurz vor Ende des Jahres doch noch ins Kino. Das Programm setzt sich zusammen aus den Filmen, die 2020 nicht mehr gezeigt werden konnten und außergewöhnlichen neuen Produktionen. Die Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster / Münsterland e.V. (DRG) organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Filmwerkstatt Münster.

Alle Filme werden im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Das komplette Programm auf russische-filmtage-nrw.de

DAS PROGRAMM:

Eröffnung mit:
Die Fee
Russland 2020, 152 Min., Fantasy, Drama, Thriller
R: Anna Melikian, B: Anna Melikian, K: Andrei Maika, M: Kirill Richter, D: Konstantin Chabenski, IngeborgaDapkunaite, Jekaterina Ageewa, WilenBabitschew, TinatinDalakischwili, Nikita Jelenew, Wladimir Mischukow, Maria Schalaewa

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Jewgeni Wojgin, genialer Entwickler von Virtual Reality-Spielen, ist überzeugt, dass er alles und jeden in seinem Leben kontrolliert. Doch die zufällige Bekanntschaft mit der jungen Aktivistin Tanja, öffnet ihm die Augen, dass die Welt doch wesentlich komplizierter ist, als er dachte. Der dritte Film Anna Melikians Trilogie, aus dem Leben im modernen Moskau, stellt eine schöne, etwas weltfremde Träumerin in den Focus.
Die Fee ist der erste russische Autorenfilm, der nicht zuerst auf internationalen Festivals erschien, sondern aufgrund der Pandemie zuerst im Streaming online ging
„Melikian ist einer der leuchtendsten Sterne unter den neuen Regisseuren der 2000er Jahre" (Filmkritiker A.Dolin).

Awards & Festivals:
Bester Film auf dem Online-Festival des russischen Films

Sonntag, 31.Oktober, 17 Uhr| Schloßtheater



Andrei Tarkowski. A Cinema Prayer
Italien, Russland, Schweden 2019, 97 Min, DokumentarfilmR: Andrei A. Tarkowski Jr., B: Andrei A. Tarkowski jun. K: Aleksey Naidenow, M: Saverio Damiani

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Es gibt wohl kaum einen anderen Regisseur, dessen Werk so oft neu interpretiert, mystifiziert und kultiviert wurde, wie Andrei Tarkowski. Mehr als 30 Jahre nach dessen Tod traut sich Andrei Tarkowski Jr. mithilfe seltener Archiv- und Tonaufnahmen an das Erbe seines Vaters heran. Entstanden ist ein biografischer und philosophischer Film, in dem Tarkowski über sein Verhältnis zu Kunst, Religion, Familie und Freiheit spricht und in der die seinem Vater so wichtige Poesie der Bilder dominiert.
„Ursprünglich wollte ich SOLARIS drehen, ohne im Film jemals die Erde zu verlassen. Das wäre natürlich viel interessanter geworden, aber Stanislav Lem war dagegen." (Andrei Tarkowski)

Awards & Festivals:
Filmfestspiele Venedig, Venice Classics, 2019

Montag 8. November, 20 Uhr | Schloßtheater



Nostalghia
Italien, UDSSR 1983, 121 Min
R: Andrei Tarkowski, B: A. Tarkowski, Tonino Guerra, K: Giuseppe Lanci,
D: Oleg Jankowski, Erland Josephson, Domiziana Giordano, Patrizia Terreno, Laura de Marchi, Delia Boccardo, Milena Vukotic

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Der russische Schriftsteller Andrei Gortschakow reist gemeinsam mit der Dometscherin Eugenia auf den Spuren eines russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts nach Italien. Eugenia verliebt sich in Andrej, doch der lehnt sie - von seinem Heimweh-Schmerz völlig vereinnahmtm, ab. Dann aber lernt er den Mathematiker Domenico kennen und glaubt, einen Seelenverwandten gefunden zu haben.
Mit sehr viel Feingefühl für innere Stimmungen zeichnet Andrei Tarkowski, die Begegnung der Kulturen und Zeiten. In unerreichter Dichte wird spürbar, dass „Nostalghia" für einen russischen Menschen weit mehr bedeutet als unser Wort Nostalgie.
Tarkowskis erstes im Ausland gedrehtes Werk besticht durch eine einzigartige Atmosphäre mit gemäldeartigen Bildkompositionen. In Cannes brachte es ihm den Preis für die beste Regie ein.

Awards & Festivals:
Filmfestspiele Cannes 1983: Preis der Ökumenischen Jury und FIRESCI Preis.

Mo 15. November, 20 Uhr | Schloßtheater



Herz der Welt
Russland, Litauen, 2018, Drama, 124 Min., 18+
R: Natalia Meschtschaninowa, B: Natalia Meschtschaninova, Boris Chlebnikov, Stepan Devonin, K: EvgenyTsvetkov, D: Stepan Devonin, Dmitry Podnozov, Jana Sekste, Vita Ovodkov, Ekaterina Vasilieva

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Jegor ist ein 25 jähriger Veterinär. Er arbeitet auf einer abgelegenen Farm irgendwo auf dem russischen Land, wo für ein Jagdhund-Training domestizierte Füchse benutzt werden. Jegor ist ein erwachsener Mann, der jedoch tief in seinem Inneren ein Kind geblieben ist. Für ihn ist es einfacher mit Tieren umzugehen als mit Menschen. Nach einer von Gewalt bestimmten Mutter-Sohn Beziehung, braucht er dringend eine geordnete Umgebung. Er möchte Tiere pflegen und Teil der engen Familie des Farmers sein. Als eine Gruppe von Tierschützern in diesen fragilen Mikrokosmos eindringt, wird sein Gleichgewicht zerstört. Jegors Welt bricht zusammen.

Awards & Festivals:
Großer Preis beim KINOTAVR Filmfestival in Sotschi, 2018
San Sebastian International Filmfestival, Toronto International Filmfestival

Mo 22.November , 20 Uhr | Schloßtheater



Komm, wir lassen uns scheiden
Russland 2019, Komödie, 92 Min., 16+
R: Anna Parmas, B: Anna Parmas, Maria Schulgina, Elisaweta Tichonowa, K: LewanKapanadse, D: Anna Michalkowa, Swetlana Kamynina, Anton Filipenko

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Mascha ist Gynäkologin. Ihre Arbeit beansprucht sie, ihre Kinder fordern ihre ganze Aufmerksamkeit. Sie ahnt nicht, dass ihr Ehemann dabei ist, sie zu verlassen. Doch dann kommt der Schock: Er hat eine Affäre mit seiner jungen hübschen Fitness-trainerin. Mascha, die nicht gewohnt ist zu verlieren, kämpft um ihren Ehemann. Sie setzt alles daran, einschließlich übernatürliche Kräfte, um ihn zurück zu bekommen. Ihr neues Leben eröffnet ihr jedoch neue Möglichkeiten. Lohnt es sich also, diese alte, kaum flackernde Flamme neu zu entfachen?
Amüsantes Beziehungsdrama, bei dem das Lachen nicht zu kurz kommt. Die Regisseurin Anna Parmas inszenierte in ihrem Spielfilmdebüt eine starke Frauenrolle, die von Anna Michalkowa grandios verkörpert wird.

Awards & Festivals:
Auszeichnungen für das „Beste Debut" und das „Beste Drehbuch" auf dem Filmfestival KINOTAVR, Sotschi, 2019

Mo 29. November, 20 Uhr |Schloßtheater


Schulvorstellung n.V.
Ein Russischer Junge
Russland 2018, Experimentalfilm, Kriegsdrama, 72 Min., 12+
R, B: Alexander Solotuchin, K: AyratYamilow, M: Sergei Rachmaninow, Produzent u.a.: Alexander Sokurov, D: Vladimir Korolev, Mikhail Buturlov, ArtjomLeschtschik, Danil Tyabin, Sergey Gontscharenko, Filipp Dyatschkov

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Getrieben von naiven Träumen von Sieg und Ruhm, zieht ein siebzehnjähriger junger Mann freiwillig an die Front des ersten Weltkrieges. Bei einem Gasangriff der Deutschen verliert er sein Augenlicht. Tastend geht er durchs Militärlager. Seine Kameraden helfen und führen ihn. Wegen seines überdurchschnittlichen Gehörs wird er an einem Frühwarnsystem für feindliche Flugzeuge eingesetzt.
Aktuelle dokumentarische Aufnahmen von Orchesterproben zu Sergei Rachmani-nowsKonzerten begleiten die Handlung ohne sie zu unterbrechen. Geprobt wird das 3. Konzert für Klavier und Orchester Op. 30, das er 1909, also vor dem Ersten Weltkrieg geschrieben hat und die Sinfonischen Tänzen Op. 45, die zu Beginn des Zweiten Weltkrieg, 1940, entstanden. Die Proben übersetzen die Motive und Themen in einenakustischen Resonanzraum.
Die Bilder des Films sind von einer außergewöhnlichen visuellen Kraft. In ihrer Stilisierung erinnern sie an Ingmar Bergmann.

Awards & Festivals:
Russischer Forum-Beitrag - Berlinale 2019

plus Vorfilm: Clash of Memories