Di. 25. Sept. • 19:00 Uhr • Cinema • Warendorfer Str. 45

Vide_O_drom
Im Ghetto: Die Roma von Stolipinowo
Vorfilm „Von Belgrad bis Skopje“

in-the-ghetto In Anwesenheit von Hermann Peseckas und Andreas Kraus (Im Ghetto: Die Roma von Stolipinowo) und Katrin Schnieders (Von Belgrad bis Skopje)

präsentiert von Filmwerkstatt Münster & Die Linse mit freundlicher Unterstützung von Münsteraner_innen für ein Bleiberecht der Roma und GGUA Flüchtlingshilfe im Rahmen der interkulturellen Wochen des Ausländerbeirats der Stadt Münster:

Stolipinowo – eine Stadt in Bulgarien- ist ein Beispiel eines europaweiten Problems. Überall in Europa werden Roma diskriminiert, weil sie Roma sind. In Ungarn und Tschechien häufen sich rassistische Übergriffe gegen sie. In Frankreich wurden Roma aus Rumänien ausgewiesen, obwohl sie EU-BürgerInnen sind. Und in Deutschland werden tausende Roma in die Länder des ehemaligen Jugoslawien abgeschoben – trotz der menschenrechtlich bedenklichen Situation dort. Unterschiedliche Situationen – aber eine gemeinsame Ursache: Diskriminierung gegen Roma - Antiziganismus.

Abschiebung aus Münster
Am 4. September 2012 am frühen Morgen wurde die erste Roma-Familie aus Münster abgeschoben. In den vergangenen Jahren haben Kirchen, Initiativen und Einzelpersonen gemeinsam mit der Verwaltung nach Möglichkeiten gesucht, die unmenschlichen Abschiebungen zu verhindern.

In dem genannten Fall und bei den weiteren nun drohenden Rückführungen - ob erzwungen oder erzwungen freiwillig - ist damit zu rechnen, dass betroffenen Personen nach ihrer Rückkehr in Serbien und Mazedonien das Recht auf Bewegungsfreiheit genommen wird. Diese Maßnahmen gegen Asylbegehrende führt Serbien auf Druck der EU-Länder (und Schweiz) durch.
Die betroffenen Personen müssen mit Strafen rechnen, die derzeit nur gegen Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma - als potentielle „falsche Asylbewerber“ stigmatisierte - angewandt werden. Die öffentliche Diskriminierung durch Politiker in Serbien, die Roma gleichsetzen mit „Asylbetrügern“, hat ein bedrohliches, rassistisches Klima gegenüber Roma geschaffen, welches sich vor Allem gegen aus der EU Rückgeführte richtet.
Diese neue, schwierige Situation macht es für Roma aus Serbien und Mazedonien zusätzlich nahezu unmöglich, ein Leben in Würde zu führen. Die Diskriminierung führt zu Armut - eine Arbeit zu finden ist undenkbar. Viele Betroffene haben nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Für die Kinder bedeutet es oft, ihre Schulbildung nicht fortsetzten zu können.
Hinzu kommt nun, dass sie die Landesgrenzen weder zu Besuchs- noch zu Arbeitszwecken überschreiten können. Sie sind gesellschaftlich ausgegrenzt und gefangen im Elend.

Um weitere MünsteranerInnen vor einer Abschiebung zu schützen ist es nötig, dass die recherchierten Menschenrechtsverletzungen seitens des Verwaltungsgerichtes Münster geprüft und anerkannt werden. Da die Verfahren hohe Anwaltskosten mit sich bringen, bitten wir Sie, ihre Möglichkeiten zu nutzen, die Betroffenen hierin zu unterstützen.
Alle Abschiebungen müssen bis zur letzten rechtlichen Prüfung ausgesetzt werden!

Für weitere inhaltliche Fragen oder zu einem persönlichen Gespräch wenden sie sich bitte an:
Die GGUA-Flüchtlingshilfe Münster (Tel. 0251-144860) oder
Das Bündnis Münsteraner_innen für ein Bleiberecht der Roma trifft sich jeden 2. und
4. Mittwoch um 18 Uhr in der Katholischen Hochschulgemeinde, Frauenstr. 3-6,
Kontakt: Cordula Ackermann, mail: bleiberechtueberall_ms@gmx.de
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch Mitarbeit oder einer Spende: Konto
15108701 bei der DKM Münster, BLZ 400 602 65, Verwendungszweck: Bleiberecht
» www.ggua.de
» container.no-culture.org


Am 25. September 2012 freuen wir uns nach der Filmvorführung mit Ihnen, den Filmemacher-Innen, der Kulturmittlerin Elvira Ajvazi, dem Bündnis “MünsteranerInnen für ein Bleiberecht der Roma” und anderen ins Gespräch zu kommen.

Winfried Bettmer
Filmwerkstatt Münster

Katrin Schnieders
Bündnis „MünsteranerInnen für ein Bleiberecht der Roma“

Die Filmwerkstatt Münster und das Cinema Münster unterstützen die Forderung nach einem Bleiberecht für alle Münsteraner Roma!


Katrin Schnieders (Videoaktivistin) schreibt weiter:

Die Abschiebung einer Roma Familie aus Münster nach Serbien am 4.9. hat uns alle schockiert- am meisten die Betroffenen selbst!

Hingegen der Darstellung in der Münsterischen Zeitung war die Familie sehrwohl "Gesprächsbereit" und hat sich auch mit der GGUA um die nötigen rechtlichen Schritte bemüht und diese mitgeteilt.

Münster hat mit der dreimonatigen Abschiebepause zur Prüfung der vermuteten, neuen Menschenrechtsverletzungen in Serbien und Mazedonien
gezeigt, dass es wichtig ist alles nur erdenkliche zu tun, um diese unmenschlichen Abschiebungen zu verhindern.

Im Falle der Familie, die am Morgen des 4.9. von der Polizei abgeholt wurde und um 12 Uhr im Frontex-Charter-Deoportationsflieger von Düsseldorf nach Belgrad saß, wurde der Gerichtstermin am 11.9.- an dem die Recherchen zur aktuellen Lage in Serbien vorgetragen werden sollten, ignoriert! (siehe hierzu unten stehenden Webinfos-link: Hintergrund)

Für die folgende gute Berichterstattung bin ich dankbar:
kirchensite.de/aktuelles/bistum-aktuell/bistum-aktuell-news/datum/2012/09/04/menschlich-unverstaendlich/
weitere Infos:
www.europeanvoice.com/article/2012/august/failing-roma-again-/75003.aspx