8. bis 29. 3. Russische Filmtage Münster

Eine Auswahl aktueller russischer Filmkunst ist bei den 12. Russischen Filmtagen vom 8. bis 29. März 2020 im Schloßtheater in Münster zu sehen. Die Filme wurden aus dem Programm der internationalen Festivals in Cannes, Berlin, Venedig und Sotschi zusammengestellt. "Sie geben einen Einblick in aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Diskurse in Russland", wie Gudrun Wolff von der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster / Münsterland e.V. (DRG) betont. Gemeinsam mit dem filmclub Münster organisiert sie bereits zum 12. Mal die Filmreihe im Schloßtheater.

Das Filmmuseum Düsseldorf präsentiert die Filme seit Jahren parallel in seinem Kino Black Box.

Weiter Informationen: www.russische-filmtage-nrw.de


RFT_Odessa.jpgOdessa / Одесса
Regie: Waleri Todorowski, Russland 2019, 130 Min

Odessa, ein heißer Tag 1970. Boris, ein Journalist für internationale Politik aus Moskau, bringt seinen Sohn Walerik in die Sommerferien zu seinen Schwiegereltern nach Odessa. Kurz nachdem Boris mit seinem Sohn in Odessa gelandet ist, wird die Quarantäne ausgerufen. Cholera. Niemand darf die Stadt verlassen. In dieser Situation des für Boris unfreiwilligen Urlaubs im Kreis der jüdischen Großfamilie brechen familiäre Konflikte auf, Familiengeheimnisse kommen ans Licht, eine verbotene Liebe beginnt. Die Dramen spielen sich in einem liebevoll gezeichneten Mikrokosmos ab, der gesellschaftspolitische Themen spiegelt.

So 08.März 2020, 17 Uhr (Publikumsgespräch mit Regisseur Waleri Todorowski)
Fr 13. März 2020, 18.30 Uhr


a_russian_youth-poster.pngEin Russischer Junge / Мальчик Русский
Regie: Alexander Solotuchin Russland 2018, 72 Min.

Getrieben von naiven Träumen von Sieg und Ruhm, zieht ein siebzehnjähriger junger Mann freiwillig an die Front des ersten Weltkrieges. Bei einem Gasangriff der Deutschen verliert er sein Augenlicht. Wegen seines überdurchschnittlichen Gehörs wird er bei einem Frühwarnsystem für feindliche Flugzeuge eingesetzt. Aktuelle dokumentarische Aufnahmen von Orchesterproben zu Sergei Rachmaninows Konzerten übersetzen die Motive und Themen des Films in einen akustischen Resonanzraum.

Mi 11. März 2020, 19 Uhr
Do 19. März 2020, 19 Uhr


Davai-razvedemsya-8.jpgKomm, wir lassen uns scheiden / Давай Разведемся
Regie: Anna Parmas, Russland 2019, 92 Min.

Mascha muss neben ihrer aufreibenden Arbeit als Gynäkologin auch die Kindererziehung wuppen. Als ihr Mann eine Affäre mit seiner jungen Fitnesstrainerin anfängt, setzt sie alles daran – einschließlich übernatürlicher Kräfte – um ihn zurück zu bekommen. Aber lohnt es sich überhaupt, diese alte, kaum flackernde Flamme neu zu entfachen? Amüsantes Beziehungsdrama mit starker Frauenrolle.

So 15. März 2020, 17 Uhr
Fr 20. März 2020, 19 Uhr


Core_4.jpgHerz der Welt / Сердце Мира
Regie: Natalia Meschtschaninowa, Russland/Litauen, 2018, 124 Min.

Jegor ist ein 25-jähriger Veterinär. Er arbeitet auf einer abgelegenen Farm irgendwo auf dem russischen Land, wo für ein Jagdhund-Training domestizierte Füchse benutzt werden. Der 25-jährige Tierarzt Jegor ist ein erwachsener Mann, der jedoch tief in seinem Inneren ein Kind geblieben ist. Er züchtet für eine Familie Jagdhunde und Füchse für deren Training. Er möchte Tiere pflegen, aber auch zur Familie gehören. Als eine Gruppe von Tierschützern auftaucht, bricht Jegors Welt zusammen.

Mi 18. März 2020, 18.30 Uhr
Fr 27.März 2020, 18.30 Uhr


1538737710_joacez87.jpgDer Mensch, der alle verwunderte / Человек, который удивил все
Regie: Natascha Merkulova, Aleksey Tschupov, Russland/Estland/Frankreich 2018, 105 Min.

Jegor ist ein furchtloser Waldhüter in der sibirischen Taiga. Die Dorfbewohner achten ihn. Er ist ein guter Familienvater. Seine Frau erwartet ein zweites Kind. Als er erfährt, dass er todkrank ist und keine Medizin ihm helfen kann, versucht er, den Tod zu täuschen. Damit dieser ihn nicht erkennt, wählt er die Identität einer Frau. Zwischen russischer Folklore geht es auf beeindruckende Weise um Angst vor dem Tod, die Suche nach der eigenen sexuellen Identität und den Umgang mit Homosexualität in der russischen Gesellschaft.

Mo, 16. März 2020, 21 Uhr
So, 22. März 2020, 17 Uhr


Beanpole2.jpgBohnenstange / Дылда
R: Kantemir Balagov, Russland 2019, Drama, 134 Min.

1945, Leningrad. Der Zweite Weltkrieg hat die Stadt verwüstet, die Gebäude zerstört und die Bürger*innen physisch und psychisch schwer belastet. Zwei junge Frauen, die Kriegsveteraninnen Ija und Mascha, suchen nach Sinn und Hoffnung im Kampf um den Wiederaufbau ihres Lebens in den Trümmern. Der Film zeigt die private und intime Geschichte der beiden Frauen.

Do, 26. März 2020, 18:30 Uhr
So, 29.März 2020, 17 Uhr (Regisseur Kantemir Balagov ist angefragt)