Gandu (OmdU) Mittwoch 09.01.12, 19 Uhr

Indien 2010/ Regie: Q
Darsteller: Anubrata Basu, Joyraj Bhattacharya, Shilajit Majumder, Rii, Kamalika Musik: Neel Adhikari
Länge: 85 min/ Sprache: Bengalisch mit deutschen Untertiteln

Gandu (zu Deutsch: „Wichser”), so wird unser Protagonist genannt, der durch die Straßen des verfallenden Kalkuttas herumstreunt während seine Mutter sich die Miete beim Hausbesitzer „erarbeitet“. Gandu träumt von

Sex und einer Karriere als Rapper, während er sich mit seinem einzigen Freund Riksha durch den grauen Alltag schleppt – u. A. mit der Hilfe von bewusstseinserweiternden Drogen.

In Indien ist der bengalische Skandalfilm wegen seiner expliziten Darstellung von Sexualität bis heute nie in den Kinos erschienen, wird wohl auch nicht in nächster Zukunft, denn eine zensierte Fassung ist für den Regisseur keine Option: „Dann würden ungefähr drei Szenen übrigbleiben...”

Regisseur Q über eine Filmszene, in der er selbst auftaucht, einen Joint rauchend:
Q: „Ich bin wirklich ein Joint-Kettenraucher, das ist also eigentlich nur die reine Wahrheit. Wie alles andere in dem Film gab es auch für diese Szene kein Skript. Der Schauspieler wollte mir einfach nur einen reinwürgen und hat deshalb diesen Spruch gebracht. Das war so eine Art Wettbewerb, den wir gegenseitig mit uns hatten. „Na, komm, wie willst du das denn im Film einbauen?“ Wie sollte ich also darauf reagieren? Plötzlich kam ich selbst im Film vor, was eigentlich gar nicht der Plan war. Wenn Sie genau hinsehen, man sieht mich nur aus der Entfernung, aber ich habe tatsächlich einen Joint im Mund.”

Variety: „Das bengalische Thrash-Metal-Rap-Musical packt sein Publikum an der Kehle und arbeitet sich von dort langsam nach unten vor… Ein erfreulich grenzüberschreitender Reim-befeuerter Rausch.“