Bollywood - Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten (OmdU) Mittwoch 09.01.12, 17 Uhr

Indien 2011/ Regie: Rakeysh Omprakash Mehra & Jeff Zimbalist
Darsteller: Aishwarya Rai-Bachchan, Amitabh Bachchan, Madhuri Dixit, Shammi Kapoor
Länge: 81 min/ Sprache: Hindi & Englisch mit deutschen Untertiteln

Nicht so sehr wie eine Dokumentation, sondern vielmehr wie ein Werbefilm in Spielfilmlänge kommt „Bollywood – The Greatest Love Story Ever Told” daher. Filmausschnitte aus dem Jahr 2011 werden bunt gemischt mit ikonischen Momenten aus den Anfängen des Hindi-Kinos

Erklärt wird hierbei wenig, auch wenn einzelne Akteure zu Wort kommen wie der 60er-Jahre-Star Shammi Kapoor oder die Filmlegende Amitabh Bachchan, der den Starkult um seine Person nüchtern beschreibt. Jeden Sonntag hält er in Mumbai vor seiner Haustür Hof und posiert für Fotos auch wenn seine ganz heiße Zeit, die 70er Jahre, schon eine Weile zurückliegt.

Man kann der Dokumentation vorwerfen, dass sie Bollywood auf die Klischees verkürzt: die nassen Saris, die Songs, die schicksalhaft Liebenden, die visuelle Opulenz. Ein bisschen feiert „Bollywood - Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten” dabei ein Bollywood, das es jetzt kaum noch gibt, weil es sich so rasant weiterentwickelt.

Regisseur Rakeysh Omprakash Mehra über den Begriff Bollywood, den er selbst eigentlich ablehnt: „Ganz ehrlich, ich musste mich auch erst damit auseinandersetzen und mich daran gewöhnen. Erst durch die Arbeit an dieser Dokumentation habe ich „Bollywood“ neu für mich entdeckt. Es ist ein Name, der so ziemlich auf der ganzen Welt ein Begriff ist, mit dem man etwas verbindet. Man darf diesen Ausdruck einfach nur nicht persönlich nehmen. So lange es nicht dazu führt, dass wir uns verbiegen müssen, dann ist mir egal, wie es genannt wird. Ich wünschte mir zwar, der Name wäre etwas origineller, aber ich werde damit zurechtkommen.

Jeff Zimbalist über ihre Arbeitsweise: „Als ich mich mit Rakeysh und Shekhar Kapur traf, da sahen sie ein Buch über Hindi Kino bei mir im Hotelzimmer liegen, in dem ich recherchieren wollte, und lachten mich aus. Sie wollten nicht, dass ich Bücher darüber lese. Die Idee war – so hat es Rakeysh ausgedrückt – mich ohne eine Lampe in eine dunkle Höhle zu schicken, in der ich dann meinen eigenen Weg finden musste. Dadurch entstand ein Gleichgewicht zwischen uns beiden: Rakeysh, der selbst aus dem Zentrum der Filmindustrie kommt und ich, der ich erst einmal gar keine Ahnung hatte. Gemeinsam haben wir dann Filme ausgesucht, die nicht nur Rakeysh bewundert, sondern die auch gleichzeitig etwas aussagen über die ökonomischen und politischen Umwälzungen, die das Land Indien durchläuft.“

The Hollywood Reporter: „Für Nicht-Inder mit ein wenig Kenntnissen, mag ‘Bollywood’ ein Guilty Pleasure sein. Die schnell-geschnittene Tanz-Collage von den Regisseuren
Rakeysh Omprakash Mehra (Rang De Basanti) und Jeffrey Zimbalist (The Two Escobars) betört die Augen und Ohren wie ein Drogentrip aus den 70ern.“