3 Idiots (DF) Montag 17.12.12, 20:30 Uhr

Indien 2009/ Regie: Rajkumar Hirani
Darsteller: Aamir Khan, Madhavan, Sharman Joshi, Kareena Kapoor, Boman Irani
Musik: Shantanu Moitra
Genre: Komödie
Länge: 165 min/ Sprache: Deutsch
Das Imperial College of Engineering (kurz ICE) ist die beste Schule des Landes im Fach Maschinenbau. Genau das sollen Farhan, Raju und Rancho (Bollywood-Superstar Aamir Khan) dort studieren, mal mehr, mal weniger aus freien Stücken - Ingenieur ist schlichtweg der Traumberuf indischer Eltern.

Die drei Erstsemester teilen sich ein Zimmer und werden bald Freunde. Wenn es nach dem Direktor des Instituts geht, ist der Unruhestifter Rancho jedoch kein guter Einfluss für die beiden anderen. Er stellt die Unterrichtsmethoden in Frage und erdreistet sich
dann auch noch, Prüfungen erfolgreich zu bestehen. Folglich versucht der kauzige Schulleiter die drei Freunde, eben die 3 Idiots, zu trennen. Und auch seine eigene Tochter kann ihn nicht davon abhalten, den Jungs wieder und wieder Steine in den Weg zu legen. Die hat inzwischen nämlich ein Auge auf den unbequemen Querdenker Rancho geworfen. Wenn das ihr Vater wüsste!
„3 Idiots” ist aktuell der erfolgreiste indische Film aller Zeiten und ist auch in anderen asiatischen Ländern äußerst populär. Er verbindet - wie für den Regisseur typisch - das klassische Bollywood-Format mit sozialem Anspruch. Thema ist hier der extreme Leistungsdruck, der auf indischen Studenten lastet und zu einer wahren Selbstmord-Epidemie an den Universitäten geführt hat.Regisseur Rajkumar Hirani über die Filmszene, die aus seinem Leben stammt:
„Als ich aufwuchs, da wollte jeder entweder Arzt oder Ingenieur werden. Es gab auch
nur wenige Universitäten, deswegen war der Konkurrenzdruck sehr groß und nur
wenige wurden angenommen. Wer dort nicht unterkam, hat dann irgendetwas mit
Wirtschaft oder Kunst gemacht. Das war also die Hierarchie im Bildungswesen. Ich
wollte auch Ingenieur werden, nicht weil das mein innerer Wunsch war, sondern weil
mir das so eingeimpft worden war. Ich stamme aus einer Familie voller Rechtsanwälte. Diese Szene, die Sie im Film sehen, wenn Madhavan auf seinen Vater zugeht und ihm gesteht, dass er lieber etwas anderes mit seinem Leben machen möchte, so ähnlich war das bei mir. Das war ein großer Moment in meinen Leben für den ich erst einmal meinen ganzen Mut zusammennehmen musste. Aber ich hatte das Glück, dass mein Vater sehr verständnisvoll reagierte, als ich kein Buchhalter werden wollte. Er wollte nur wissen, was ich stattdessen werden möchte. Ich hatte keine Ahnung, stieg also fürs erste mit ins Geschäft meines Vaters ein und verkaufte unter anderem Taschenrechner. Abends hatte ich frei und beschäftigte mich mit Theater. Dann stand für mich fest, ich wollte zur Filmschule gehen. Davon hatte bei uns auf dem Dorf noch keiner gehört. Mein Vater half mir und suchte nach einem Weg für mich. Aber das war ein großer Glücksfall für mich,
ich war da eine Ausnahme. Viele junge Menschen werden in eine Richtung gedrängt, in der sie sich dann nie zu Hause fühlen. Ich treffe jeden Monat auf Ingenieure, die eigentlich von einem ganz anderen Leben träumen.“

Spiegel: „Die hintersinnige College-Komödie erzählt mit Witz, Gefühl und in Rückblenden
vom findigen Ingenieurstudenten Rancho (“Rang de Basanti/Lagaan”-Megastar Aamir Khan), der mit zwei Kumpels das autoritäre, antikreative Erziehungssystem der aufstrebenden Mittelschicht Indiens untergräbt, wo er kann: eines nämlich, in dem Eltern immer noch ihre erwachsenen Kinder als Leibeigene betrachten und deren Berufs- und Heiratskarrieren bestimmen.“